nach Vladimir Nabokov
Premiere 24.04.2027
Worum es geht
„She was Lo, plain Lo, in the morning, standing four feet ten in one sock.“ Diese ersten Zeilen aus „Lolita“ schrieb der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf die Füße eines der Mädchen, die er missbrauchte. Augenscheinlich inspirierte ...
„She was Lo, plain Lo, in the morning, standing four feet ten in one sock.“ Diese ersten Zeilen aus „Lolita“ schrieb der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf die Füße eines der Mädchen, die er missbrauchte. Augenscheinlich inspirierte ...
„Es war etwas ganz eigenes, dieses Gefühl: ein bedrückender, abscheulicher Bann, als säße ich neben dem kleinen Gespenst von jemandem, den ich gerade umgebracht hatte.“
Worum es geht„She was Lo, plain Lo, in the morning, standing four feet ten in one sock.“ Diese ersten Zeilen aus „Lolita“ schrieb der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf die Füße eines der Mädchen, die er missbrauchte. Augenscheinlich inspirierte ihn „Lolita“. Lolita: die Figur, die Ikone, die Projektionsfläche, das zwölfjährige Kind. Nabokovs Roman erforscht wie kein zweiter radikal die Täterperspektive – und somit das Unvorstellbare. Doch wie unvorstellbar ist ein solcher Missbrauch wirklich in einer Welt, in der Mädchen offensiv sexualisiert werden?
Die Inszenierung von Yana Eva Thönnes versteht Nabokovs Protagonisten Humbert Humbert nicht als tragischen Antihelden, sondern als Symptom. Der Täter erscheint nicht als Ausnahme, sondern als sichtbar gewordener Extremfall einer unvorstellbaren, aber wahren Normalität. Die Regisseurin Yana Eva Thönnes setzt sich in ihren Arbeiten mit sexualisierter Gewalt auseinander – und untersucht anhand von „Lolita“ die Psychologie des Täters.
Über Yana Eva Thönnes
Yana Eva Thönnes ist Regisseurin, Autorin und Performerin. Sie studierte Philosophie und Kulturwissenschaften im Ruhrgebiet und brach später ihr Regiestudium an der HfMT Hamburg ab. Von 2015 bis 2017 war sie Regieassistentin an den Münchner Kammerspielen. 2015 bis 2022 leitete sie mit Magdalena Emmerig, Rahel Spöhrer und Belle Santos die Performance Company THE AGENCY. Sie inszenierte u.a. an den Münchner Kammerspielen, der Schaubühne Berlin und dem Theater Neumarkt Zürich; zudem wurden ihre Arbeiten bei verschiedenen internationalen Festivals gezeigt.
Termine und Tickets
- Licht Vincent Schulz, Erik Sonnenfeld
- Dramaturgie Valerie Göhring